Junge Menschen in den Mittelpunkt stellen!

Beschlossen von der Landesmitgliederversammlung der GRÜNEN JUGEND Thüringen vom 06. – 07. 11. 2021 in Hütten

Junge Menschen in den Mittelpunkt stellen!

Durch die Covid-19-Pandemie und ihre einschneidenden Auswirkungen auf öffentliche und private Bereiche hat sich das Leben vieler junger Menschen sehr verändert. Freund*innen konnten kaum noch getroffen werden. Die Möglichkeiten, Freizeitaktivitäten und Hobbys nachzugehen, sind sehr eingeschränkt. Angebote von Vereinen, offener Jugendarbeit und Kultureinrichtungen sind weggebrochen. Freiwilligendienste, Auslandsaufenthalte und Schüler*innenaustausche fallen aus. Praktika sind kaum möglich. All die Dinge, die für die persönliche und auch berufliche Entwicklung junger Menschen relevant sind, können in Pandemiezeiten nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden. Während die Problemlagen vieler gesellschaftlicher Gruppen in der Corona-Krise ausführlich analysiert und diskutiert wurden, blieb die Perspektive von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis vor Kurzem weitgehend außen vor. So geben in der aktuellen JuCo2-Studie des Forschungsverbunds „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ immerhin knapp 65 Prozent der befragten jungen Menschen an, dass sie „eher nicht oder gar nicht den Eindruck“ haben, „dass die Sorgen junger Menschen in der Politik gehört werden“.

Freiräume statt Repression
In Erfurt plant die Stadt auf Initiative der CDU ein Verbot in allen Parkflächen von „elektronisch verstärkter Musik“ ab 22 Uhr . Dabei werden auch Parks mit eingeschlossen, die in großer Distanz zur Wohnbebauung liegen und die Anwendung der geplanten Satzungsänderung kann nur mit Willkür verbunden sein und schränkt Jugendliche noch weiter ein. In Jena patrouilliert die Polizei bereits jede Nacht mit einem einschüchternden, unverhältnismäßigen und übertriebenen Polizeiaufgebot. Es muss ein Umdenken im Umgang mit Jugendlichen in den Parks geben, egal ob Stadt oder Dorf.

Wir brauchen eine Entzerrung der Parks und das heißt es müssen neue Flächen gefunden werden. Die Kommunen sollen in Zusammenarbeit mit Jugendlichen nach neuen Orten suchen und wenn diese nicht vorhanden sind, neue schaffen. In Jena und Erfurt reisen viele junge Menschen aus den Dörfern und Städten im Umland an, da es dort gar keinen Platz mehr für sie gibt. Wir brauchen in Grünanlagen mehr frei zugängliche Sportflächen wie Basketballfelder, Skateparks oder Fussballplätze. Es braucht mehr und saubere Toiletten mit sinnvollen Öffnungszeiten. Speziell für FLINTA* Menschen ist es äußerst schwierig auf entsprechenden Flächen ohne sanitäre Toiletten entsprechende Bedürfnisse zu verrichten.

Statt Polizeipatrouillen brauchen wir feste Anlaufstellen mit Sozialarbeiter*innen und Streetworker*innen, das massive Auftreten durch die Polizei schürt mehr Ängste, als dass es Sicherheit gibt. Um Parks sicherer zu machen, braucht es mehr beleuchtete Orte, welche als Rückzugsorte genutzt werden können. Vor allem in der Corona-Pandemie sollen die Kommunen dafür sorgen, dass es mehr windgeschützte Überdachungen gibt, da sonst die einzigen Treffpunkte private Innenräume sind. Welche genauen Veränderungen in den jeweiligen Kommunen nötig sind, sollen die Jungen Menschen vor Ort in Beteiligungsformaten, wie Kinder- und Jugendkonferenzen selbstentscheiden. Außerdem muss die gesetzlich verankerte Jugendbeteiligung bei jedem öffentlichen Vorhaben, seien es zum Beispiel öffentliche Plätze oder die Entscheidung über Projektfinanzierungen, umgesetzt werden.

Freie Fahrt in den Ferien!
Junge Menschen sind seit der Pandemie zu Hause geblieben, wir möchten, dass es allen unter 18-Jährigen ermöglicht wird, weiter als zum eigenen Ortsschild zu kommen. Dafür möchten wir, dass die Thüringer Landesregierung in Kooperation mit den Verkehrsverbänden und -unternehmen im Jahr 2022 in allen Ferien die Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs (Bus&Bahn) für alle Menschen unter 18 Jahren kostenlos anbietet.

Damit die Kids wieder pogen!
Nachdem die Kultur über ein Jahr Stillstand, brauchen wir jetzt eine Kulturoffensive. Viele Festivals, Konzerte und Freizeiten sind ausgefallen, die sozialen Kontakte lagen flach. Besonders Kinder und Jugendliche sollten dies wieder erleben können. Das Land Thüringen muss jetzt Geld in die Hand nehmen und Kulturschaffende und Veranstalter*innen von Jugendangeboten unbürokratisch unterstützen.

Leichte Sprache

Seit dem Frühling haben wir auf der ganzen Welt eine Pandemie.

Eine Pandemie ist, wenn eine Krankheit durch viele Länder geht.

Die Krankheit ist gefährlich für viele Menschen.

Wegen der Gefahr konnten sich viele junge Menschen nicht mehr treffen.

Normale Hobbys wie Sport, Freund*innen treffen und Kultur-angebote sind ausgefallen.

Die Politiker*innen haben während der Pandemie über viele Dinge schnell entschieden.

Vor allem über Einschränkungen.

Dabei wurden junge Menschen und ihre Bedürfnisse oft vergessen.

Freiräume
Junge Menschen brauchen Frei-räume.

Freiräume sind Orte, wo Jugendliche, Teenager und Kinder ihre Freizeit miteinander verbringen können.

Sie sollen eine gute Zeit miteinander haben können.

In Jena und Erfurt haben sich junge Menschen oft in Parks getroffen.

Das fand die Polizei nicht gut.

Deshalb wurden die jungen Leute aus den Parks vertrieben.

Dabei wurden sehr viele Polizist*innen und krasse Maßnahmen eingesetzt.

Die GRÜNE JUGEND Thüringen fordert, mehr Sportflächen und Anlagen für junge Leute.

Dabei sind zum Beispiel auch öffentliche Toiletten sehr wichtig.

Die neuen Freiräume müssen gut gebaut sein.

Zum Beispiel brauchen sie Windschutz und Überdachungen.

Wenn es regnet, sollen junge Menschen sich trotzdem draußen treffen können.

Sonst gehen Jugendliche in Innenräume.

In Innenräumen kann man sicher aber noch schneller mit der Krankheit aus der Pandemie anstecken.

Die Kommunen entscheiden über Freiräume in der Politik.

Junge Menschen sollen dabei mitreden dürfen.

Mit der Bahn fahren in den Ferien

Junge Menschen mussten viel Zeit zuhause verbringen.

Die GRÜNE JUGEND Thüringen fordert, alle Menschen unter 18 Jahren in den Ferien kostenlos mit dem Bus und der Bahn fahren können.

Kultur

Junge Menschen brauchen mehr Kultur.

Mit Kultur sind Festivals, Konzerte und andere Veranstaltungen gemeint.

Die GRÜNE JUGEND Thüringen fordert, dass mehr Kulturveranstaltungen möglich sind.

Thüringen soll dafür auch mehr Geld für die Veranstalter*innen solcher Events ausgeben.

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